Ein Handballspiel um 9 Uhr morgens? Für eine männliche D‑Jugend ungefähr so verlockend wie Mathehausaufgaben am Sonntag. Und nach drei Wochen Spielpause plus zwei kurzfristigen Krankmeldungen reiste die HSG EppLa auch noch ohne Auswechselspieler an – also in Minimalbesetzung.
Die Gastgeber begannen recht ruppig, vermutlich um die Morgenmüdigkeit von allen Beteiligten aus den Beinen zu drücken. Doch der hervorragend leitende Schiedsrichter sorgte schnell dafür, dass aus dem frühen Weckprogramm kein Wrestling‑Event wurde. Nach elf Minuten stand es 6:6 – ein Ergebnis, das ungefähr den Wachheitsgrad beider Teams widerspiegelte.
Die EppLa-Jungs arbeiteten sich dann aber Stück für Stück in die Partie hinein. Die Abwehr: wach, aufmerksam, ballhungrig. Die Chancenverwertung: sagen wir… kreativ. Entweder hielt der starke TG‑Torwart stark oder der Ball suchte sich spontan ein neues Ziel – Wand, Latte, Halle. Schön herausgespielt waren die Angriffe trotzdem, oft mit gutem Blick für den besser postierten Mitspieler. Zur Halbzeit hieß es 9:13, hätte aber auch 9:20 stehen können (oder müssen…).
In der zweiten Hälfte wurde dann ernst gemacht: konzentrierter Start, schnelles 11:19 nach 25 Minuten. In diesem Moment war das Spiel so gut wie entschieden – und EppLa wirkte plötzlich so frisch, als hätte jemand heimlich einen Espresso in die Halbzeitansprache gemischt.
Torwart Jamie glänzte wiederholt mit tollen Paraden und ließ den Gegner regelmäßig ratlos zurück. Und obwohl EppLa die komplette Zeit ohne Auswechslungen durchspielen musste, hielt das Team das Tempo hoch, blieb fair, clever und spielfreudig. Am Ende stand ein souveräner 22:35‑Auswärtssieg – und das Beste: Jeder durfte ein Tor feiern.
Ein rundum starker Auftritt trotz Müdigkeit, dünner Personaldecke und frühem Anwurf. Wenn die Jungs um 9 Uhr schon so spielen – wie soll das erst aussehen, wenn sie ausgeschlafen sind?
Es spielten: Anton (4), Dennis (15), Freddy (1), Jamie (Tor), Jeremi (12/1), Julian (2), Mees (1)

